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Dr. Bettina Hofer, Wissenschaftsjournalistin

Phagen helfen bei Immunabwehr gegen Bakterien

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Unsere Schleimhäute sollen uns vor Infektionen durch Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder auch niedere Pilze schützen. Sie sind die erste physikalische Front in der Immunabwehr. Der Schleim enthält unter anderem verschiedene Bakteriophagen, kurz: Phagen, – Viren, die nur Bakterien angreifen. Amerikanische Forscher haben kürzlich nachgewiesen, dass im Vergleich zu anderen Körperoberflächen besonders viele Phagen auf Schleimhäuten vorkommen, vom Nesseltierchen bis zum Menschen.

Gamma-Phagen nach Negativkontrastierung(Quelle: Vincent Fischetti und Raymond Schuch, The Rockefeller University.)

Gamma-Phagen nach Negativkontrastierung
(Quelle: Vincent Fischetti und Raymond Schuch,
The Rockefeller University.)

Sie konnten zeigen, dass das erhöhte Phagenvorkommen von Wechselwirkungen zwischen Proteinen des Phagenkopfes mit Proteinen der Schleimschicht abhängt. Es schützt die darunter liegende oberste Zellschicht, die Epithelzellen, vor Infektionen. Je mehr Phagen in der Schleimschicht vorhanden sind, desto häufiger können sie ihre Bakterienwirte am Eindringen hindern. Die eindringenden Bakterien werden von den Phagen infiziert und sterben ab.

Den Forscher zufolge handele es sich um eine symbiontische Beziehung: Der Mehrzeller (Mensch) profitiert von den Phagen, die die Bakterien in der Schleimhaut in Schach halten. Die Phagen profitieren von der höheren Wahrscheinlichkeit, im Schleim mit ihren jeweiligen Wirtsbakterien zusammenzutreffen. Nach Ansicht der Wissenschaftler sorgen die Phagen in den Schleimhäuten verschiedener Lebewesen für eine „wirtsunabhängige Immunität“ (wobei hier die höheren Lebewesen mit „Wirt“ gemeint sind!).

Das Immunitätsmodell scheint zum jetzigen Zeitpunkt sehr hoch aufgehängt zu sein, aber wir haben nur ungenaue Vorstellungen von der Beziehung zwischen uns und der Gesamtheit aller auf und in uns lebenden Mikroorganismen (dem “Mikrobiom”). Hautgesundheit, aber sogar Diabetes, Fettleibigkeit und auch Depressionen sollen mit einer veränderten Zusammensetzung des Mikrobioms in Zusammenhang stehen.

Es wäre verwunderlich, wenn nicht auch die Phagen als natürliche Feinde der Bakterien eine tragende Rolle in unserer Immunabwehr spielten.

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